Bildrecht & Social Media - Was ist erlaubt?

Bildrecht & Social Media - Es ist nicht alles deins was du siehst.

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Bildrechte und Social Media richtig miteinander zu verbinden bleibt jedes Jahr kein wirklich einfaches Eisen - vor allem in Anbetracht des Stellenwertes der sozialen Medien und der damit verbundenen Wahrnehmung. Um in sozialen Netzwerken eine hohe Reichweite zu erzielen, reichen gute Text-Posts nicht aus. Nach einer aktuellen Analyse von Hubspot.com bekommt Content mit Bildinhalten bis zu 94% mehr Beachtung als welcher ohne. Selbstverständlich muss man zudem die Anzahl der Fans und die Uhrzeit der Postings berücksichtigen. Es wird dennoch deutlich, dass das Foto auf Facebook, Twitter und Co. weiterhin König ist und sich das in naher Zukunft auch nicht sonderlich ändern wird.

Interessant ist die rechtliche Seite eines solchen Fotoposts: Ist das Foto selbst geschossen, die Grafik selbst erstellt oder die Zeichnung selbst gezeichnet, wird es keine Probleme seitens der Gerichte geben. Sobald sich jedoch weitere Personen auf dem Bildmotiv befinden oder gar fremdes Material ohne Erlaubnis verwendet wurde, sieht die Rechtslage ganz anders aus - und dann kann es teuer werden.

Bilder in sozialen Netzwerken

Facebook

Bereits 2014 hat das Landgericht Frankfurt unter dem Aktenzeichen 2-03 S 2/14 beschlossen, dass ein Nutzer, sobald dieser unter Anwendung des Facebook-Share-Button ein Bild oder eine Grafik teilt, die dazugehörige Lizenz übertragen wird. Doch Vorsicht: Der teilende Nutzer hat nicht die Informationen über den Urheberstand dieses Bildes und kann nicht einschätzen, was aus einem einfachen Klick für Folgen entstehen können. Bereits das ursprünglich hochgeladene Foto muss "rechtmäßig" hochgeladen sein - also nur mit Erlaubnis einer Bildagentur oder des Fotografen. Kurzgefasst: Ist der Fotograf oder die abgebildete Person nicht mit dem Nutzen des Ursprungsbildes einverstanden, hat man mit der Share-Button-Funktion nicht gleichzeitig die Lizenz zur Weiternutzung, geschweige denn der Verbreitung dieses Motivs.

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Bilder werden täglich auf Facebook veröffentlicht

Selbst erstelle Bilder stellen kein Problem dar - wenn folgende Punkte beachtet werden:

Du wirst keine Inhalte posten, die: Hassreden enthalten, bedrohlich oder pornografisch sind, zu Gewalt verleiten oder Nacktdarstellungen bzw. grafische oder sonstige Gewalt enthalten.

Klingt logisch und fest definiert, jedoch entscheidet Facebook selbst, welche Motive genau in diese Kategorien fallen! Das "Recht am eigenen Bild" und dem damit festgelegten Umgang erklärt Facebook wie folgt:

Für Inhalte wie Fotos und Videos, die unter die Rechte am geistigen Eigentum fallen (sog. „IP-Inhalte“), erteilst du uns durch deine Privatsphäre- und App-Einstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz zur Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst; es sei denn, deine Inhalte wurden mit anderen geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht.

Mit diesem Absatz stellt Facebook klar: Jedes geteilte und eigene Bild darf weltweit für jegliche Zwecke genutzt und verbreitet werden - von Facebook!

Vorsicht mit der Vorschau Funktion!

Nettes Gimmick, aber aufpassen: Sobald ein Link geteilt wird, erstellt Facebook automatisch neben dem Teasertext auch ein kleines Vorschaubild. Wird dort nun ein urheberrechtlich geschütztes Bild dargestellt, widerspricht das dem Bildrecht und ist somit unzulässig.

Aufpassen bei dem Share-Button
Aufpassen beim Teilen von Beiträgen!

Google+

Bei Google+ wird zwischen zwei Möglichkeiten unterschieden:

  1. Ist der Uploader gleichzeitig der Urheber, also der Ersteller des Motivs, kann dieser es verwenden wie er möchte.
  2. Ist der Uploader nicht der Urheber, muss er über die Rechte des Erstellers, sowieso über die Rechte zur weiteren Vergabe der Lizenzen an Google berechtigt sein.

Weiterhin sollte man - wie schon bei Facebook - mit dem Teilen aufpassen. Die +1 Funktion ist vom Aufbau her ähnlich wie der des Share-Buttons. Jedes +1 wird auf der eigenen Seite angezeigt und beinhaltet neben dem Teasertext auch ein Vorschaubild. Also auch hier bitte prüfen, wie es um die Bildrechte an dem Bild steht!

Twitter

Wesentlich entspannter sieht es bei Twitter aus. Was die eigene Bildauswahl sowie die geteilten Inhalte angeht, appelliert Twitter an "den gesunden Menschenverstand".

„Unser Ziel ist es, Dir einen Service zu bieten, der es Dir ermöglicht, Inhalte zu entdecken und Dir Quellen zu erschließen, die Dich interessieren sowie Deine Inhalte mit anderen zu teilen. Wir respektieren die Eigentumsrechte unserer Nutzer an den Inhalten, die sie teilen, und jeder Nutzer ist für die Inhalte verantwortlich, die er oder sie bereitstellt. Aufgrund dieser Prinzipien kontrollieren wir die Inhalte unserer Nutzer nicht aktiv und zensieren diese grundsätzlich nicht. Ausgenommen von dieser Regelung sind die unterstehenden beschriebenen Umstände.“

Natürlich gibt es trotz der lockeren Aussage von Twitter trotzdem ein paar Punkte die berücksichtigt werden sollten.

  • Eigene Inhalte sollten nicht gegen das Gesetz oder Rechte Dritter verstoßen.
  • Fremde Inhalte dürfen bei konkretem Einverständnis des Urhebers benutzt werden.

Instagram

Bilder, die von Nutzern bei Instagram veröffentlicht wurden, dürfen Sie außerhalb des Netzwerkes nur mit den hauseigenen Funktionen und auf den vorgesehenen Wegen verwenden:

  • Sie dürfen die Instagram-URL zu einem Beitrag kopieren und bspw. bei Facebook einfügen. So wird ein Vorschaubild erzeugt, in dem deutlich wird, dass dieses Bild von Instagram stammt.
  • Sie können die Bilder über die Instagram-API nutzen.
  • Ebenfalls ist es gestattet, die Bilder in eine Website einzubetten.


Möchten Sie Bilder anderweitig nutzen, müssen Sie eine Einwilligung der Nutzer einholen.

Wir empfehlen:

Finger weg von fremden Fotos, außer Sie verfügen über die Lizenz.

Unsere Tipps zum Umgang mit Bildern in sozialen Netzwerken

Allgegenwärtige Regel

Vor der Nutzung eines Bildes unbedingt informieren, ob das Objekt der Begierde urheberrechtlich geschützt ist oder nicht. Wenn ja, dann müssen Sie den Urheber herausfinden und bei diesem anfragen. Denn: Das Recht an dem Bild liegt bei dem Ersteller! Und nur der kann entscheiden, wer das Bild wie, wo und wann verwenden darf.

Bilder verkleinern:

Halten Sie die Auflösung des Bildes so niedrig wie möglich. So verhindern Sie die Weiterverwendung von Dritten und lassen dem potenziellen Bilddieb nichts Anderes übrig, als weiterzusuchen.

Rechtslage beachten

Es gibt zahlreiche Ausnahmen, bei denen Fotos ohne Probleme geteilt werden können. Informieren Sie sich, sobald Sie ein Motiv ausgewählt haben, über dessen Urhebergrundlage. Weitere wichtige Punkte sind die AGB der Bildagenturen, Recht auf Namensnennung des Fotografen und das Datenschutzrecht

Wasserzeichen im Bild einfügen

Große Bildagenturen verteilen ihren Claim im Vorschaubild über das ganze Bild, so dass dieses nicht weitergenutzt werden kann. Es reicht oft auch ein Schriftzug oder ein Logo in der Ecke.

CC - was bedeutet das Kennzeichen bei Bildinhalten eigentlich?

Haben Sie sich jemals gefragt, was "CC BY" oder "CC BY-SA" bedeuten? Nein? Dabei wäre es schon wichtig, zumindest zu wissen, was sich grob hinter den Bezeichnungen verbirgt. "CC" steht für nichts anderes als Creative Commons und beschreibt in Ergänzung mit weiteren Kennzeichen bestimmte Lizenzen-Ebenen, die im Falle eines Rechtsstreit sowohl für Juristen als auch für Maschinen schneller lesbar sind. "Übersetzt" hieße CC BY zum Beispiel, dass ein Bildinhalt frei und kommerziell genutzt werden kann, solange dieser mit dem Namen des Urhebers versehen ist. Bei einer CC BY NC-SA-Lizenz wäre man bei der Verbreitung eines Bildes wiederum dazu verpflichtet, dieses ausschließlich im nichtkommerziellen Bereich einzusetzen und dessen Urheber stets zu nennen.

Ganz leicht wird es aber bei der CC0-Lizenz: Hier gibt der Urheber jegliche Rechte ab und hat keinen Einfluss darauf, was mit dem visuellen Inhalt zukünftig passiert, wie und wo es geteilt wird.

Kürzel Vollständige Bezeichnung
CC0 kein Copyright wenn möglich
CC by Namensnennung
CC by-sa Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen
CC by-nd Namensnennung, keine Bearbeitung
CC by-nc Namensnennung, nicht kommerziell
CC by-nc-sa Namensnennung, nicht kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen
CC by-nc-nd Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung

Um einen guten Überblick zu bekommen, was Sie auf sozialen Netzwerken posten dürfen - und was eben nicht - haben wir eine Checkliste, unabhängig ob Stockphoto oder nicht, erstellt.

Und was ist mit Stockphotos?

Wie die Stockphoto-Situation aussieht und inwiefern Sie "frei verfügbare" Bilder wirklich nutzen können, erfahren Sie in unserem 2. Teil.

Sie möchten mehr über Bildrechte & Co. erfahren?

Kein Problem. Wir sind da gut aufgestellt und wissen, wie es aktuell um Bildrechte und deren Nutzung in Social Media steht. Profitieren Sie davon und kontaktieren Sie uns noch heute - damit Sie auf der sicheren Seite sind.

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