Suchvolumen von Keywords: Was die Zahl wirklich bedeutet und wo sie täuscht

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Frau mit langen Haaren arbeitet am Laptop in einem sonnenbeschienenen Büro.

Was ist das Suchvolumen eines Keywords?

Das Suchvolumen ist eine der meistgenutzten Kennzahlen in der Keyword-Recherche – und eine der am häufigsten missverstandenen. Wer weiß, was die Zahl wirklich bedeutet, trifft bessere Entscheidungen. Wer sich blind darauf verlässt, verschwendet Zeit auf Keywords, die nie den erhofften Traffic bringen.

Das Suchvolumen gibt an, wie oft ein bestimmter Suchbegriff innerhalb eines Zeitraums – in der Regel pro Monat – bei Google eingegeben wird. Es ist damit ein Indikator für das Nutzerinteresse an einem Thema, Produkt oder einer Dienstleistung.

Wichtig dabei: Die angezeigte Zahl ist keine exakte Messung, sondern eine Schätzung. Sie basiert auf historischen Daten und wird bei den meisten Tools mit sogenannten Clickstream-Daten (anonymisierte Nutzungsdaten aus Browsern) angereichert, um genauer zu werden. Trotzdem bleibt es immer eine Annäherung.

Wie finden Sie das Suchvolumen eines Keywords heraus?

Der direkteste Weg führt über den Google Keyword Planer (GKP), der in Google Ads integriert und auch ohne aktive Anzeigenschaltung nutzbar ist. Sie geben ein Keyword ein und erhalten eine Spanne oder einen gerundeten Durchschnittswert.

Der Haken: Genau dieser gerundete Jahresdurchschnitt ist auch die Ursache für die meisten Missverständnisse – dazu gleich mehr. Für einen schnellen ersten Eindruck eignen sich außerdem:

  • Google Suggest / Autocomplete – zeigt bereits während der Eingabe die meistgesuchten Kombinationen
  • Google Trends – zeigt keine absoluten Zahlen, dafür den zeitlichen Verlauf und saisonale Muster
  • Kostenlose Checker von Anbietern wie Semrush oder Ubersuggest – gut für einen groben Richtwert, meist mit Tageslimit

Für eine belastbare Einschätzung reicht ein einzelnes Tool aber selten aus – warum, zeigt der nächste Abschnitt.

Warum zeigen unterschiedliche Tools unterschiedliche Suchvolumen an?

Ein Praxisbeispiel: Suchen Sie im Google Keyword Planer nach "blumen kaufen", erhalten Sie eine Spanne von 1.000 bis 10.000. XOVI zeigt für dasselbe Keyword ein Suchvolumen von 3.600. Nicht gerade deckungsgleich.

Die Ergebnisse von dem Keyword "blumen kaufen" im Google Keywordplanner.

Die Ergebnisse von dem Keyword "blumen kaufen" in XOVI.

Der Grund liegt in der Datenquelle: Die meisten Keyword-Tools beziehen ihre Rohdaten letztlich vom Google Keyword Planer.

Da der GKP aber einen gerundeten Jahresdurchschnitt liefert, der monatlich neu berechnet wird, hängt das Ergebnis stark davon ab, wann und wie oft ein Tool seine Daten aktualisiert. Manche Anbieter tun das monatlich, manche seltener, manche rechnen mit zusätzlichen Clickstream-Modellen nach. Das Ergebnis: unterschiedliche Zahlen aus derselben Ursprungsquelle.

Zusammenfassung der wichtigsten Informationen hier im Video:

Der Google Keyword Planner

Viele User nutzen den Google Keyword Planner (GKP). Damit sind sie ja auch auf der sicheren Seite, denn wie der Name schon sagt, stammt der Keyword Planner schließlich von Google und sollte demnach genaue Ergebnisse erzielen, richtig? FALSCH!

Warum ein gerundeter Jahresdurchschnitt in die Irre führen kann

Nehmen wir das Keyword "christmas". Der Google Keyword Planer zeigt ein durchschnittliches monatliches Suchvolumen von 673.000 Suchanfragen.

Google Keyword-Planer zeigt Suchvolumen und Wettbewerb für das Keyword 'christmas'.

Schaut man sich den zeitlichen Verlauf an, zeigt sich: Im Dezember suchen deutlich mehr Menschen nach diesem Begriff, in den übrigen Monaten weit weniger als die angezeigten 673.000.

 

Suchvolumen-Trends für Christmas von April bis März.

Für saisonale Keywords ist der Jahresdurchschnitt daher wenig aussagekräftig. Hier lohnt sich immer ein Blick in Google Trends, um die tatsächliche Verteilung über das Jahr zu sehen.

Warum sollte bei der Keywordrecherche nicht nur das Suchvolumen beachtet werden?

Kurzum: Es macht keinen Sinn sich den gerundeten Jahresdurchschnitt anzuschauen. Sich einen groben Überblick mit Hilfe des Suchvolumens zu verschaffen, ist für manche Keywords eine Hilfe. Für andere, vor allem saisonale Keywords, empfehlen wir, zusätzlich andere Recherchequellen zu nutzen.

Ist ein hohes Suchvolumen automatisch gut?

Nein – und das ist der Punkt, an dem viele Keyword-Entscheidungen schiefgehen. Drei Faktoren entscheiden mit darüber, ob ein hohes Suchvolumen tatsächlich zu Traffic wird:

  • Suchintention: Ein Keyword wie "apfelkuchen" hat ein enormes Suchvolumen, ist aber inhaltlich diffus – Rezept, Kalorien, Bäckerei in der Nähe? Je allgemeiner der Begriff, desto unklarer die Absicht dahinter und desto geringer die Chance, dass Ihre Seite genau das liefert, wonach gesucht wird. Eine saubere Keyword- und Suchintentions-Analyse verhindert genau diesen Streuverlust.
  • Wettbewerb: Keywords mit hohem Suchvolumen sind fast immer stark umkämpft. Ein Ranking auf Seite 1 ist dort ungleich schwerer zu erreichen als bei einem spezifischeren Long-Tail-Keyword.
  • Position und CTR: Selbst ein gutes Ranking bringt nicht automatisch Klicks. Die Klickrate sinkt mit jeder Position rapide – etwa zwei Drittel aller Suchanfragen enden ohne Klick auf ein organisches Ergebnis, weil Nutzer:innen die Antwort direkt in den Suchergebnissen finden oder auf Anzeigen klicken. Ein Keyword mit 10.000 monatlichen Suchanfragen bringt bei Position 20 oft weniger Besucher als ein Nischen-Keyword mit 200 Suchanfragen bei Position 2.

Ein "gutes" Suchvolumen gibt es deshalb nicht pauschal – es hängt von Branche, Wettbewerbsdichte und dem Ziel der jeweiligen Seite ab.

Woher kommen die unterschiedlichen Zahlen?

In vielen Köpfen müsste es jetzt brodeln: "Dann nutze ich eben ein anderes Tool, um mein Suchvolumen zu recherchieren!" Um diese Aussage zu bestätigen, sollte man zunächst in Erfahrung bringen, wie Keyword-Recherche-Tools ihre Daten beziehen, denn es ist kein Geheimnis, dass die meisten Werkzeuge ihre Daten vom GKP erhalten. "Und wie kommt es dann zu den unterschiedlichen Ergebnissen, wenn alle die selbe Quelle beziehen?" diese Frage brennt zurecht in Ihrem Kopf. Die Antwort: Dadurch, dass der GKP einen gerundeten Jahresdurchschnitt angibt, wird er jeden Monat neu berechnet. Das heißt: Jedes Tool sollte monatlich aktualisiert werden. Da dies für einige Recherche-Tool-Anbieter:innen eine große Herausforderung ist, wird jedes Tool unterschiedlich aktualisiert und das führt dann zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Fazit: Suchvolumen ist ein Baustein, keine Entscheidungsgrundlage

Das Suchvolumen verschafft einen ersten groben Überblick – mehr aber auch nicht. Für belastbare Keyword-Entscheidungen lohnt sich immer der Blick auf mehrere Quellen gleichzeitig, ergänzt um Wettbewerbsanalyse und Suchintention.
Hinweis: Genau das ist Teil unserer SEO- und LLMO-Betreuung.

Empfehlenswerte Recherchequellen im Überblick

Google Keyword Planer – kostenlos, direkt von Google, aber nur als grobe Spanne
Google Trends – zeigt zeitliche Verläufe, Saisonalität und regionale Unterschiede, keine absoluten Zahlen
Google Suggest / Google Autocomplete – schnelle erste Keyword-Ideen direkt aus der Sucheingabe
Ahrefs – Suchvolumen auf Clickstream-Basis, plus Wettbewerbsanalyse bereits rankender Seiten
Semrush – ähnlich umfangreich, mit kostenlosem Suchvolumen-Checker als Einstieg
XOVI – zusätzlich "Chancen-Keywords" auf Ranking- oder Value-Basis, inklusive Wettbewerbs-Keywords
Answer the Public – liefert themenrelevante Fragen und W-Fragen-Cluster, gut zur inhaltlichen Ergänzung

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Häufige Fragen zum Suchvolumen von Keywords

Was ist ein gutes Suchvolumen für ein Keyword?

Das lässt sich nicht pauschal beziffern. Für ein Nischenprodukt oder eine lokale Dienstleistung kann ein Suchvolumen von 50 bis 100 pro Monat bereits wertvoll sein, wenn die Suchintention exakt passt und der Wettbewerb gering ist. Für stark umkämpfte Branchen sind auch mehrere Tausend Suchanfragen mitunter nicht ausreichend, um sichtbaren Traffic zu erzeugen. Entscheidend ist immer das Verhältnis aus Suchvolumen, Wettbewerb und Relevanz für das eigene Angebot.

Warum zeigen Google Keyword Planer und andere Tools unterschiedliche Werte an?

Weil die meisten Tools ihre Rohdaten vom Google Keyword Planer beziehen, dieser aber einen gerundeten, monatlich neu berechneten Jahresdurchschnitt liefert. Je nachdem, wann und wie häufig ein Tool seine Daten aktualisiert und ob zusätzliche Clickstream-Modelle einfließen, entstehen unterschiedliche Werte aus derselben Ursprungsquelle.

Ist ein hohes Suchvolumen immer besser als ein niedriges?

Nein. Hohes Suchvolumen bedeutet meist auch hohen Wettbewerb und oft eine unklare Suchintention. Ein spezifischeres Keyword mit geringerem Suchvolumen, aber eindeutiger Absicht und weniger Konkurrenz, führt in der Praxis häufig zu mehr qualifiziertem Traffic.

Wie oft wird das Suchvolumen aktualisiert?

Der Google Keyword Planer berechnet seinen gerundeten Jahresdurchschnitt monatlich neu. Andere Tools übernehmen diese Aktualisierung unterschiedlich häufig, weshalb angezeigte Werte je nach Abfragezeitpunkt und Tool voneinander abweichen können.

Reicht das Suchvolumen allein aus, um ein Keyword auszuwählen?

Nein. Suchvolumen sollte immer zusammen mit Suchintention, Wettbewerbsdichte und der zu erwartenden Klickrate auf der jeweiligen Position betrachtet werden. Erst diese Kombination zeigt, ob ein Keyword tatsächlich Besucher:innen bringt. Wer dafür keine Kapazitäten im Haus hat, kann diese Analyse auch extern durchführen lassen.

Sie brauchen Unterstützung bei der Suche nach passenden Keywords?

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Wer schreibt hier?

Sina Koch - Online Marketing Managerin

Leidenschaftliche Teetrinkerin, äußerlich sowie innerlich ein kleiner (Kreativ-) Fuchs

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Sina Koch: Online Marketing Managerin

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